Mia Lutkova und Liana Keil beim Turn-Talentschul-Lokal

Als der Deutsche Turner-Bund die Turn-Talentschulen ins Leben gerufen hat, geschah das mit der Zielsetzung, in den olympischen Turnsportarten ein flächendeckendes Netz von Einrichtungen zu schaffen, in dem talentierte Kinder gezielt gefördert werden können. Zu den Inhalten dieser Förderung gehört dabei auch die perspektivisch angelegte Entwicklung von Wettkampfleistungen, die im Turn-Talentschul-Pokal der Altersstufen 9 und 10 sowie im Kaderturn-Cup der Altersstufe 11 ihren sichtbaren Ausdruck finden.. Es handelt sich dabei um ein Wettkampfprogramm, in dem die Nachwuchstalente ihr Können unter Beweis stellen können. Die Wettkampfanforderungen bestehen aus den entsprechenden Pflichtübungen der jeweiligen Altersstufe und geben somit die Möglichkeit zur Überprüfung der im Training geleisteten Arbeit.

So war es auch für dieses Jahr gedacht. Doch der Deutsche Turner-Bund musste die Nachwuchswettkämpfe wegen Corona zunächst verschieben. Und es drohte ihnen sogar das Aus. Aber die Bundestrainerin Nachwuchs Kunstturnen Frauen, Claudia Schunk, gab nicht auf und erfand kurzerhand einen coronatauglichen Austragungsmodus. Sie fand Mitstreiter*innen, die es gemeinsam mit ihr ermöglicht haben, dass der für die Nachwuchstalente so wichtige turnerische Jahreshöhepunkt am 18. Oktober zeitgleich in Berlin (Berliner Turn- und Freizeit-Sportbund), Dortmund (Westfälischer Turnerbund)  und Mannheim (Badischer Turnerbund) stattfinden konnte.

Dass die Nachwuchstalente dabei ohne Zuschauer turnen mussten, mag man aus Sicht der Eltern und ihrer Kinder bedauern. Wir pflichten aber Claudia Schunk bei, wenn sie sagt: „In dieser Zeit sind wir froh, überhaupt Wettkämpfe turnen zu können.“

Und der zusätzliche Einsatz, den die Macher an den drei Wettkampforten aufgrund der coronalen „Sonderbedingungen“ mit der Umsetzung eines umfangreichen Hygienekonzeptes zu bewältigen hatten, hat sich gelohnt.

In Dortmund gingen die Tams der Turntalentschulen aus den Landesturnverbänden Westfälischer Turnerbund, Rheinischer Turnerbund, Schleswigholtsteinischer Turnverband, Niedersächsischer Turnerbund, Hessischer Turnverband, Saarländischer Turnerbund und Turnverband Bremen an die Geräte.

Im ersten Wettkampf der Altersklasse 9 starteten sieben Mannschaften. An der Spitze entwickelte sich dabei ein spannender Zweikampf zwischen den Teams aus Detmold und Hannover. Erst am letzten Gerät entschieden die Detmolderinnen mit einer Bestleistung am Sprung die Konkurrenz für sich und gewannen mit 177,550 zu 176,200 Punkten. Fleißigste Punktesammlerin im Detmolder Team war Liana Keil, die aufgrund ihrer Leistung von der Bundestrainerin zum Bundeskadernominierungstest eingeladen wurde.

In der Altersklasse 10 waren es nur drei Mannschaften, die den Kampf ums Siegerpodest in Angriff nahmen. Auch hier gab es den erwarteten Zweikampf zwischen den Mannschaften der TTS Detmold und der TTS Deutsche Sporthochschule Köln. Die Detmolderinnen mussten dabei das Pech verkraften, dass ihr Mias Lutkova wegen einer starken Prellung beim Balkenabgang am Boden ausfiel. Der dadurch entstandene Punkteabstand war bis zum Schluss nicht mehr aufzuholen, auch wenn Mia Lutkova im letzten Gerätedurchgang am Stufenbarren mit 18,05 von maximal 19 Punkten die höchste Punktzahl  des gesamten Wettkampfes turnte. Auch Mia wird deshalb am Bundeskadernominierungstest teilnehmen.

Wir gratulieren unseren beiden Nachwuchstalenten ganz herzlichen zu ihren Erfolgen!

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